Superkraft oder Stolperfalle?

Stell dir vor, du hast einen Assistenten oder eine Assistentin in der Tasche, rund um die Uhr für dich verfügbar. Du kannst immer Fragen stellen, dir komplizierte Dinge schnell erklären lassen, Texte für dich zusammenfassen lassen oder Ideen für ein Geburstagsgeschenk für deine Geschwister sammeln. Genau das ist mit ChatGPT oder anderen KI-Chatbots möglich. Solche Programme wirken fast wie echte Gesprächspartner. Sie antworten schnell, sind höflich und wirken erstaunlich klug. Aber was steckt denn eigentlich dahinter? Und wie kannst du sie sinnvoll für dich nutzen?

Erst einmal schauen wir uns an, was KI denn ist. KI steht für „Künstliche Intelligenz“. Das Wort „Intelligenz“ passt meiner Meinung nach nicht so gut, besser finde ich persönlich das Wort „Imitation“. Denn Programm wie ChatGPT oder andere KI-Chatbots (wie Meta AI in WhatsApp oder Gemini) sind Computerprogramme, die von Menschen mit riesigen Mengen an Texten, auch Daten genannt, trainiert wurden. Sie erkennen Muster in Sprachen und können dadurch passende Antworten formulieren. Wichtig zu wissen ist, dass der Chatbot dich nicht wie ein Mensch „versteht“: Es fühlt nichts, denkt nicht selbständig nach und hat auch keine eigene Meinung. Deshalb spreche ich lieber von „Imitiation“ statt von „Intelligenz“. 

Der Chatbot berechnet nur Wahrscheinlichkeiten, in ihm steckt Mathematik. Die Antworten von KI-Chatbots wirken oft beeindruckend, doch sind sie nur eine Berechnung: Es wird auf deine Frage, die du stellst, gerechnet, welche Wörter statistisch am Besten als Antwort passen. Um KI-Chatbots sinnvoll für sich zu nutzen, ist das Wissen, wie sie funktionieren total wichtig. Denn dann weiß man, wie sie uns unterstützen können und wann eine Nutzung auch gar keinen Sinn macht.

Vielleicht kennst du das: Du sitzt vor deinen Matheaufgaben und verstehst einfach nicht, wie du anfangen sollst. Da kann ein KI-Chatbot dir als Lernbegleiter ganz gut helfen und die Rechenwege Schritt für Schritt erklären. Auch in anderen Fächern kann es dir eine Unterstützung sein – Epochen in Geschichte zusammenfassen oder dir beim Strukturieren einer Präsentation helfen. Auch kannst du dir Begriff erklären lassen. Wichtig ist, wie du die Fragen stellst. Diese werden auch „Prompts“ genannt. Hier findest du Ideen, wie du sie formulieren kannst:

https://www.rheinwerk-verlag.de/professional-computing/wissen/chatgpt-fuer-schueler/?srsltid=AfmBOoriv-zqiOzfHU_XB0ffaHCSZmRC5kwQzeNDyu-IwNBt-As3FCQS

https://studyflix.de/informatik/prompt-schreiben-fuer-einsteiger-8425

Wichtig ist, dass die KI dir Vorschläge liefert. Die eigentliche Leistung sollte von dir kommen, denn wenn du alles einfach kopierst, lernst du eventuell nichts. Und beachte bitte: Die KI macht auch Fehler, denn sie arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten. Wenn solche Fehler passieren, spricht man von „Halluzinationen“. Die KI halluziniert und erfindet Dinge. Deshalb ist es wichtig, dass du die Antworten immer prüfst. Dafür brauchst du eigenes Wissen. Am Meisten hilft dir ein KI-Chatbot, wenn du der eigentliche Experte oder die Expertin bist!

Die 10 Gebote der KI-Ethik helfen dir, die wichtigsten Punkte bei der Nutzung von KI-Chatbots zu beachten (https://www.klicksafe.de/materialien/10-gebote-der-ki-ethik)

Autorin: Filiz Tokat, Medienpädagogin

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