
Gute-Nacht-Geschichte und Ausmalbild
Tief im Wald, zwischen hohen Tannen und weichen Moospolstern, lebte ein kleiner Bär namens Fabius. Fabius war neugierig auf alles. Besonders liebte er den Nachthimmel.
Jeden Abend setzte er sich vor seine Höhle und betrachtete die Sterne.
„Wie schön sie leuchten“, murmelte er. „Wenn ich doch nur einen Stern sammeln könnte.“
Eines Abends entdeckte Fabius einen besonders hellen Stern, der direkt über den Baumwipfeln funkelte.
„Heute versuche ich es!“, sagte er entschlossen.
Er stapfte durch den Wald, kletterte auf einen Hügel und streckte seine Pfote so weit wie möglich aus. Doch der Stern blieb unerreichbar.
„Vielleicht von dort drüben“, dachte Fabius.
Also wanderte er weiter. Unterwegs traf er ein Kaninchen.
„Wohin gehst du so spät?“, fragte das Kaninchen.
„Ich möchte einen Stern sammeln“, erklärte Fabius.
Das Kaninchen lächelte. „Dann wünsche ich dir viel Glück!“
Fabius zog weiter. Bald begegnete er einer Eule.
„Wohin führt dein Weg?“, fragte die Eule.
„Zu den Sternen!“, antwortete Fabius.
Die Eule nickte weise. „Manchmal findet man etwas ganz anderes als das, wonach man sucht.“
Fabius verstand nicht ganz, was sie meinte, und lief weiter.
Schließlich erreichte er eine kleine Lichtung. In ihrer Mitte lag ein stiller Teich. Als Fabius hineinschaute, hielt er überrascht den Atem an.
Im Wasser glitzerten Hunderte von Sternen!
„Ich habe sie gefunden!“, rief er begeistert.
Vorsichtig tippte er mit seiner Pfote auf einen der Sterne. Sofort tanzten kleine Lichtkreise über die Wasseroberfläche.
Da begriff Fabius: Die Sterne waren nicht im Teich. Es waren ihre Spiegelbilder.
Einen Moment lang war er enttäuscht. Doch dann setzte er sich ans Ufer und betrachtete das funkelnde Licht.
Der Wald war still. Die Nacht war warm. Über ihm leuchteten die Sterne, und unter ihm leuchteten sie noch einmal im Wasser.
„Vielleicht muss ich gar keinen Stern besitzen“, sagte Fabius leise. „Vielleicht reicht es, sie anzuschauen.“
Der Wind rauschte sanft durch die Bäume, als würde er zustimmen.
Fabius kuschelte sich ins weiche Gras und beobachtete den Himmel. Seine Augen wurden schwerer und schwerer.
Bald machte er sich auf den Heimweg. In seiner Höhle rollte er sich gemütlich zusammen.
Bevor er einschlief, blickte er noch einmal nach draußen.
Die Sterne funkelten freundlich über dem Wald.
„Gute Nacht, ihr Sternchen“, flüsterte Fabius.
Und mit einem zufriedenen Lächeln schlief der kleine Bär ein.
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